Ein Beitrag von Sabine Krüger und Oliver Giel rund um Natur, Garten und Küche
Wer jetzt aus dem Fenster blickt, könnte meinen, alles ist trostlos und die Gartensaison längst vorbei. Aber weit gefehlt. Grünkohl und Rosenkohl stehen noch aufrecht im Beet, auch wenn viele Schnee- und Frosttage an ihnen gezehrt haben. Diese beiden Gemüsepflanzen sind erstaunlich zäh: Je kälter es wird, desto besser werden sie. Der Frost wandelt die Stärke in Zucker um – das Gemüse wird milder, aromatischer, besser.
Das ist kein Zufall, sondern eine der schönsten Eigenheiten von Wintergemüse. Wer Grünkohl und Rosenkohl anbaut, hat bis weit in das kommende Gartenjahr hinein frisches Gemüse, das sich einfach ernten lässt. Aus Schnee und Frost, direkt in die heimelige Küche.
Und auch aus dem Keller lässt sich im Winter noch einiges holen. Äpfel gehören dazu. Manche Sorten werden erst nach längerer Lagerung richtig gut. Äußerlich sehen sie vielleicht nicht mehr ganz makellos aus, doch wenn man einen alten Lageräpfel aufschneidet und daran riecht, ist das eine kleine Aromaexplosion. Mit dem, was wir aus dem Supermarkt kennen, hat das wenig zu tun. Auch in einem Kühlschrank mit speziellem Obst- und Gemüsefach lassen sich Äpfel von der Streuobstwiese monatelang aufbewahren.
Sabine hat aus diesen schlichten Winterzutaten zwei Rezepte kreiert, die genau das widerspiegeln: unkompliziert und richtig gut.
Zubereitungszeit: 30 Minuten
Zutaten für 2 Personen
Grünkohl und Karotten waschen, putzen und klein schneiden. Den Rosenkohl nach dem Entfernen der äußeren Blätter halbieren. Fein geschnittene Zwiebel und Knoblauch in reichlich Olivenöl andünsten, Gemüse zugeben und kurz mit dünsten, Tomatenmark und Sahne zufügen und ca. 10 Minuten bei kleiner Hitze weiter köcheln. Die gekochten Nudeln dazugeben, vermischen und mit reichlich geriebenem Käse bestreuen.
Wer nach der Winterpasta noch etwas Süßes möchte:
Der Apfelcrumble lässt sich wunderbar vorbereiten und kommt frisch aus dem Ofen direkt auf den Tisch. Lauwarm oder auch kalt ein Genuss.
Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten
Zutaten: für 4 kleine Weckgläser
Die Äpfel in kleine Würfel schneiden und mit Zitronensaft beträufeln. Aus Butter, Zucker, Semmelmehl und Zimt kleine Streusel kneten. Die Apfelwürfel in kleine Weckgläser füllen, dick mit Streusel belegen und Mandelstifte darauf verteilen. Bei 180 °C im vorgeheizten Backofen circa 20 Minuten backen, bis die Streusel goldbraun sind. Mit Puderzucker bestreuen und lauwarm servieren.
Beide Rezepte brauchen keine besonderen Zutaten und keinen großen Aufwand. Was sie brauchen, ist gutes Gemüse und gute Äpfel – am besten aus dem eigenen Garten, vom Wochenmarkt oder direkt beim Erzeuger in der Nähe.
Wer selbst noch Grünkohl oder Rosenkohl im Garten hat oder gerade dabei ist, die letzten Lageräpfel zu verarbeiten – wir freuen uns, wenn dieser Beitrag als Inspiration dienen kann.
Bis zum nächsten Mal
Sabine Krüger und Oliver Giel
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