Ein Beitrag von Sabine Krüger und Oliver Giel rund um NATUR · GARTEN · KÜCHE
Dieser Sommer hatte einige Extreme zu bieten und hat der Natur, den Streuobstwiesen und dem Gemüsegarten einiges abverlangt.
Bei Sabine, in der Nähe von Sindelfingen, gab es im August einen starken Hagelschauer, der in kürzester Zeit fast die kompletten Pflanzen und Früchte im Gemüsegarten zerstört hat. Einzig die Gartenmelde hat den Hagel fast unbeschadet überstanden. Viele Pflanzen haben danach zwar neu ausgetrieben, doch um reife Früchte hervorzubringen, war es für die meisten schon zu spät.
So bleiben bei Sabine aktuell vor allem schnell wachsende Salate und Blumen, die rasch wieder ausgetrieben sind, sowie Knollen wie die Rote Bete, die unter einer dicken Mulchschicht gut geschützt den Hagel überstand.
Solche Ereignisse zeigen uns ganz deutlich, wie verletzlich ein Garten sein kann und wie abhängig wir von der Natur sind.
Auch die anhaltende Trockenheit in diesem Jahr hat uns wieder vor Augen geführt, wie wichtig es ist, den Boden in unseren Beeten vor Austrocknung zu schützen. Die Natur macht es uns ganz gut vor: viele unterschiedliche Pflanzen, dicht an dicht nebeneinander, die sich gegenseitig schützen, unterstützen und Schatten spenden. Das versuchen wir uns abzuschauen und bei der künftigen Aussaat zu experimentieren, um eine möglichst große Vielfalt im Gemüsebeet zu erhalten und den Boden bestmöglich zu schützen.
In diesem Beet wachsen Buschbohnen, Zuckermais, Tomaten, Ringelblumen, Pastinaken und Karotten Seite an Seite.
In Olivers Garten in Unterfranken wird das seit einigen Jahren konsequent ausprobiert. Hier wachsen die Tomaten zwischen Maispflanzen, die gleichzeitig als Stütze dienen, dazwischen Pastinaken, die schon im zeitigen Frühjahr gesät wurden, und Ringelblumen, die sich bereits im Vorjahr selbst ausgesät haben. Sobald sich Lücken auftun, wird kreativ nachgesät oder vorgezogene Pflänzchen gesetzt. Nicht alles funktioniert, doch vieles erstaunlich gut. Jedes Beet ist eine kleine Wohngemeinschaft aus ganz unterschiedlichen Pflanzen und dieses Prinzip zieht sich durch den ganzen Garten. Man muss zwar ein wenig darauf achten, dass jeder seinen Platz bekommt, doch in Summe macht es den Eindruck, dass die Vielfalt und Nähe zueinander, den Pflanzen gefällt.
Es ist eine wahre Freude, dieses Durcheinander zu betrachten, wie sich die einzelnen Pflanzen miteinander arrangieren und welch vielfältiges Insektenleben sich in diesem Dschungel tummelt.
Der Herbst bringt jetzt die Ernte dessen, was trotz allem gewachsen ist. Und Sabine zeigt, was sich daraus machen lässt.
Bauerngartenblumen erfreuen unser Herz und einige davon sind sogar essbar. Die bunten Blütenblätter der Ringelblumen, Astern und des Borretsch eignen sich wunderbar für bunte Blütensalate.
Ein herbstlicher Salat mit Apfel, Nüssen, Sommerportulak, Gartenmelde und essbaren Blüten aus dem Garten. Dazu passt frisch geröstetes Brot mit einem herzhaften Aufstrich aus Roter Bete.
Zubereitung:
Für den Salat:
Gelbe Ringelblumenblütenblätter, blaue Blüten vom Borretsch, die letzten Blätter der Gartenmelde, bevor sie bei den ersten Nachtfrösten erfrieren, Blätter der Wintersalate, erste Ackersalatröschen. Das Grün der Etagenzwiebelchen schmeckt köstlich und darf natürlich nicht fehlen. Als Topping verwenden wir gesammelte Walnüsse und Äpfel von den Streuobstwiesen.
Für das Dressing:
Beerensalz, Apfelessig und Walnussöl mit Schnittlauch und Petersilie zu einer sämigen Sauce verrühren und über den Blütensalat gießen.
Für den Brotbelag:
200 g gekochte Rote Bete und 50 g gekochte Linsen pürieren. Mit Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft abschmecken. Auf frisch geröstetes Brot streichen. Mit Blüten dekorieren. Dazu passen die kleinen Mexikanischen Minigurken aus dem Garten.
Zutaten:
Zubereitung:
Rote Bete in kleine Würfel schneiden, Schalotte und Knoblauch fein hacken. Schalotte und Knoblauch im Olivenöl andünsten, Rote-Bete-Würfel mitdünsten, Risottoreis zugeben und 2 Minuten mitdünsten. Mit Weißwein ablöschen und die Flüssigkeit vollständig einkochen lassen. Nun nach und nach Gemüsebrühe angießen und dabei oft umrühren. Nach etwa 18–20 Minuten ist der Reis cremig und al dente. Die Butter und den Parmesan unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Etwas Frischkäse auf das Risotto setzen, dazu einen Klecks Petersilienpesto und mit Thymianblättchen bestreuen.
Zutaten:
Zubereitung:
Den Kürbis in Würfel schneiden, mit Olivenöl, etwas Kräutersalz und Kürbiskernen mischen. Im Backofen bei 200 °C etwa 20–25 Minuten weich backen. Den Feta ca. 10 Minuten vor Ende mit in den Ofen geben. Mit fein gehackten Salbeiblättern bestreuen und heiß servieren.
Zutaten:
Zubereitung:
Quitten schälen und in Schnitze schneiden. Sofort mit Zitronensaft beträufeln, damit sie nicht braun werden. Den braunen Zucker in einem kleinen Topf karamellisieren. Mit dem Weißwein und dem Apfelsaft angießen, den restlichen Zitronensaft und die Gewürze dazugeben und die Quittenschnitze darin weich garen. In kleine Gläser füllen und fest verschließen. So können die Quittenschnitze bis Weihnachten aufbewahrt werden.
Zutaten:
Zubereitung:
Eier trennen, Eiweiß steifschlagen und beiseitestellen. Die Eigelb mit dem Zucker schaumig rühren, flüssige Butter zugeben, Sahne und Zimt unterrühren, Mehl und Nüsse unterheben und zum Schluss den Eischnee vorsichtig unterheben. Im heißen Waffeleisen die Waffeln ausbacken und mit Puderzucker bestäuben.
Wir hoffen, die Rezepte und Geschichten aus diesem turbulenten Gartenjahr sind eine kleine Inspiration für Euch. Wer Lust bekommen hat, noch mehr Wildpflanzen und Beeren zu entdecken und zu verarbeiten, findet in unserem Buch „Sammellust und Kochgenuss" sowie im dazugehörigen Wildpflanzen-Kalender „Sammellust" viele weitere Ideen, Rezepte und Hintergründe – passend durchs ganze Jahr.
Beides produzieren wir im Selbstverlag und versenden es direkt an Euch. Bestellen könnt Ihr bequem über unsere Webseite oder im regionalen Buchhandel. Gerade in der Vorweihnachtszeit vielleicht auch eine Geschenkidee für naturverbundene Menschen.
Alle Bilder aus unseren Produktionen stehen im Bildarchiv zur Lizenzierung zur Verfügung. Und wenn Redaktionen oder Unternehmen individuelle Rezepte und Fotos benötigen – meldet Euch gerne bei uns.
Bis zum nächsten Mal – bleibt gesund und genießt den Herbst.
Sabine Krüger und Oliver Giel
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