Ein Beitrag von Sabine Krüger und Oliver Giel rund um NATUR · GARTEN · KÜCHE
Der Sommer zeigt sich in diesem Jahr wieder von seiner intensiven Seite – Tage mit hohen Temperaturen und wenig Regen. Den Johannisbeeren scheint das wenig auszumachen, an den Sträuchern hängen die roten Träubel in diesem Jahr besonders reichlich. Und im Gemüsegarten sorgt die genügsame Gartenmelde dafür, dass auch bei anhaltender Trockenheit frisches Grün auf den Teller kommt.
In dieser Ausgabe dreht sich vieles um Erfrischung und einfache Genüsse: ein alkoholfreier Sommerdrink, eine schnelle Tarte mit Beeren aus dem Garten und ein aromatisches Beerensalz. Dazu ein Pasta-Rezept mit Gartenmelde und ein kleiner Einblick, wie unsere Schafe und Ziegen mit der sommerlichen Hitze zurechtkommen – und wie sich unser Tagesrhythmus ganz nach ihnen richtet.
Ein Genuss für heiße Sommertage – ganz ohne Alkohol und ohne zugesetzten Zucker. Es muss nicht der teure Softdrink aus dem Supermarkt sein, mit viel Zucker, künstlichen Aromen und Zusatzstoffen. Mit ein paar einfachen Zutaten lässt sich ein erfrischendes Getränk genauso schnell und deutlich günstiger selbst mixen.
Dazu sammeln wir auf einem Spaziergang eine kleine Handvoll Walderdbeeren. Quittensaft – noch vom letzten Herbst – wird mit Mineralwasser aufgegossen. Einige Erdbeeren, es dürfen auch welche vom Biohändler sein, werden mit etwas Zitronensaft püriert. Zusammen mit ein paar Eiswürfeln und dem Erdbeerpüree ins Glas gefüllt, mit den Walderdbeeren dekoriert – fertig ist der eiskalte Sommerdrink.
Schnell und einfach zubereitet.
Zutaten:
Die Eier trennen und das Eiweiß steif schlagen. Eigelb mit dem Zucker schaumig rühren, dann Quark, Sauerrahm und Speisestärke vorsichtig unterrühren. Zum Schluss den Eischnee unterheben. Die Johannisbeeren behutsam untermischen und die Masse in eine Tarteform füllen. Bei 175° Ober-/Unterhitze etwa 40 Minuten backen und mit gerösteten Mandelblättchen und etwas Puderzucker bestreuen.
Ein feines Würzmittel, das die Sommerbeeren über die Saison hinaus haltbar macht. 250 g Beeren – zum Beispiel Johannisbeeren – pürieren und mit 500 g Salz vermischen. Im Backofen bei 50 °C etwa ein bis zwei Stunden trocknen lassen, danach im Blitzhacker der Küchenmaschine noch einmal fein zerkleinern. In Gläser abgefüllt hält es sich lange und passt wunderbar zu Salat oder kurzgebratenem Fleisch.
Seit dem letzten Jahr bin ich ein großer Liebhaber der roten und grünen Gartenmelde. Sie schmeckt ähnlich wie Spinat, wächst schnell und lässt sich auch von Hitze und Trockenheit nicht unterkriegen. Außerdem bildet sie reichlich Samen und sät sich so Jahr für Jahr von ganz allein im Garten aus – bequemer geht es kaum.
Aus der Melde lässt sich im Handumdrehen eine sommerliche Pasta zaubern. Wir haben sie mit Spaghetti, Zitrone, Olivenöl, Pfeffer und Salz kombiniert – dazu ein paar Stangen grüner Spargel und erste grüne Bohnen aus dem Garten.
Die Melde wird wie Spinat kurz in kochendem Wasser blanchiert, bis sie zusammenfällt, dann eiskalt abgeschreckt und mit reichlich Olivenöl unter die Pasta gehoben.
Nicht nur in Küche und Garten bestimmt der Sommer den Takt, sondern auch draußen bei der Herde. Es ist immer wieder beeindruckend, wie vernünftig unsere Schafe und Ziegen mit der Hitze umgehen. Sie fressen schon vor Sonnenaufgang, und bereits ab sieben Uhr, wenn die Temperaturen stetig ansteigen, ziehen sie sich in den Schatten dichter Hecken oder unter schattenspendende Bäume zurück. Von dort lassen sie sich dann durch nichts mehr herauslocken. Erst am späten Abend, wenn Kühle über die Wiesen zieht, beginnen sie wieder zu fressen.
Es wäre unverantwortlich, sie in der Mittagshitze ohne Schatten über die Wiesen zu treiben. Und natürlich brauchen sie reichlich frisches, kühles Wasser. Wir haben uns im Sommer ganz dem Rhythmus der Tiere angepasst: Stehen längere Strecken zu frischen Weiden an, nutzen wir dafür die Zeit rund um den Sonnenaufgang. Für die Hunde wäre die Arbeit in der Mittagshitze ohnehin viel zu anstrengend – sie überhitzen schnell.
Wir hoffen, die Rezepte und Beobachtungen aus diesem Sommer sind eine kleine Inspiration für Euch. Wer Lust bekommen hat, noch mehr Wildpflanzen und Beeren zu entdecken und zu verarbeiten, findet in unserem Buch „Sammellust und Kochgenuss“ sowie im dazugehörigen Wildpflanzen-Kalender „Sammellust“ viele weitere Ideen, Rezepte und Hintergründe – passend durchs ganze Jahr.
Beides produzieren wir im Selbstverlag und versenden es direkt an Euch. Bestellen könnt Ihr bequem über unsere Webseite oder im regionalen Buchhandel.
Übrigens stehen alle Bilder aus unseren gemeinsamen Produktionen im Bildarchiv zur weiteren Lizenzierung zur Verfügung. Und natürlich können wir auf Wunsch auch individuelle Rezepte und Fotos für Redaktionen und Unternehmen erstellen.
Bis zum nächsten Mal – bleibt gesund und genießt den Sommer.
Sabine Krüger und Oliver Giel
© Oliver Giel | oliver@giel-bildwelten.de | Telefon: 0171.8378758
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